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Herford, St. Johannis

St. Johannis in Herford

Die Neustädter Johanniskirche fällt von allen Seiten in ihrer schlanken schlichten Gestalt aus dem 14. Jh. ins Auge. Beim Wiederaufbau 1907/08 wurde der Turm um ein Geschoß gekürzt. Trotzdem ist er mit 73 Metern Gesamthöhe immer noch der höchste unser den Kirchtürmen Herfords. Der hohe, schlanke Spitzhelm gehört zum charakteristischen Stadtbild.

Als Giebelkrönungen und als Wasserspeier dienen Figuren, die alle symbolische Bedeutung haben und teilweise aus dem Fabelreich entnommen sind. An der Nordseite sieht man eine Kreuzblume als Sinnbild des mit dem Kreuze Christi geschmückten Christenherzens, einen Hasen als Sinnbild der Verzagtheit, einen sitzenden Engel mit einem geöffneten Buch auf den Knien als Sinnbild der Andacht und anderen Figuren.

Den ersten Gesamteindruck gewinnt man, wenn man die Kirche vom Portal im Turm her betritt und den Mittelgang zum Chor hindurchgeht. Der Innenraum der Hallenkirche besteht aus drei gleich hohen und gleich breiten Schiffen mit reicher Ausstattung, vor allem aus dem späten 16. und 17. Jh., wie sie in solcher Pracht und Vollständigkeit nur selten angetroffen wird. Der Westteil der Kirche ist im frühgotischen Stil (1250-1270) erbaut. Dann wurde die Kirche im hochgotischen Stil (1316-1340) nach Osten erweitert. Deutlich wird das an den unterschiedlichen Säulenhöhen. Auch der Turm ist erst in hochgotischer Zeit angebaut worden.

Der Altar ist der erste, der nach der Reformation in Herford enstanden ist, ein Werk der Spätrenaissance (1590-1600). Er zeigt die für den Renaissancestil typische Dreieckskomposition. Der Unterbau stammt zwar erst aus dem Jahre 1909, besteht allerdings aus vielen mittelalterlichen Teilen.

Unten, querrechteckig auf dem Altar, befindet sich die in lutherischer Tradition übliche Darstellung des Abendmahls. Sie zeigt 13 statt 12 Personen: Neben Jesus und seinen Jüngern ist noch ein Diener dargestellt, der einem der Jünger Wein einschenkt, wahrscheinlich der Stifter des Bildes.

Die Altartafeln zeigen die geschnitzte Figur des Gekreuzigten und gemalte Figuren von Maria und Johannes im Hintergrund. Die Spitze des als Verzierung gedachten Rahmens endet in einem Pelikan, der sich mit dem Schnabel die Brust aufritzt, um seine Jungen zu nähren. Das ist eine häufig gebrauchte Allegorie des Opfertodes Jesu. Sie kommt in der Johanniskirche des öfteren vor.

Die Altarleuchter sind jüngeren Datums. Nur das mittlere Paar stammt schon aus dem Jahre 1626. Es trägt am Fuße die Inschrit „Hermen Tomas Rade dedit anno 1626 mense octobri“ („Hermann Thomas Rade stiftete [sie] im Oktober 1626“].

Adresse der Kirche:

Neuer Markt 1
32052 Herford

Ansprechpartner:

Ev.-luth. Kirchengemeinde Herford-Mitte, Pfr. Dr. Olaf Reinmuth und Pfr. Johannes Beer, Münsterkirchplatz 5, 32052 Herford

Angebote:

z.zt. keine Angebote

Materialien:

Gemeindebriefe, aktuelle Einladungen zu Veranstaltungen, Kirchenführer, Postkarten usw.

Öffnungszeiten:

ganzjährig Montag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr

St. Johannis in Herford